S. Fischer-Ausstellung im Städtischen Kaufhaus


7 faszinierende Einblicke in Ausstellung im Städtischen Kaufhaus


1. Einleitung: Der Zauber der Buchmesse in den Gassen Leipzigs

Wenn der März die Pleiße-Metropole erreicht, wandelt sich Leipzig in das unangefochtene literarische Epizentrum der Republik. Den feierlichen Auftakt bildete am Mittwochabend die Eröffnung im Gewandhaus – jener Moment, in dem der intellektuelle Funke von den Konzertsälen auf das gesamte Stadtgefüge überspringt. Doch wer abseits der großen Messehallen aufmerksam durch die Innenstadt flaniert, entdeckt in den Passagen ein besonderes editorisches Vermächtnis. Hinter den kunstvoll kuratierten Schaufenstern verbirgt sich weit mehr als eine bloße Dekoration: Es ist eine bibliophile Zeitreise, die den Geist der Frankfurter Verlagsgeschichte in das Herz Leipzigs trägt.


2. Tradition im neuen Gewand: Warum dieses Jahr alles anders ist

Das Ausstellungsformat „BuWision“ der Leipziger Buchwissenschaft ist eine Institution, doch 2026 bricht man mit alten Gewohnheiten. War die Schau früher über Dutzende Cafés und Ladengeschäfte verstreut, konzentriert sie sich nun exklusiv auf das Städtische Kaufhaus. Diese Entscheidung ist kein Zufall: Als erstes Mustermessehaus der Welt bietet dieser historische Ort den idealen Rahmen für eine komprimierte Werkschau. Die Verdichtung in der Passage schafft eine Atmosphäre der Intimität und Kontemplation, die es dem Besucher erlaubt, das komplexe Geflecht der Verlagsgeschichte ohne die Zerstreuung des städtischen Trubels zu erfassen.


3. 140 Jahre Literaturgeschichte: Ein Jubiläum der Extraklasse

Der Anlass der diesjährigen Retrospektive ist ein monumentaler Meilenstein: Das 140-jährige Bestehen des S. Fischer Verlags, der 1886 von dem jüdischen Verleger Samuel Fischer ins Leben gerufen wurde. Die gezeigten Exponate – kostbare Erstausgaben und Raritäten aus der Ära von 1886 bis 1970 – sind nur für kurze Zeit der Öffentlichkeit zugänglich. Es handelt sich um wertvolle Leihgaben aus dem Frankfurter Verlagsarchiv sowie um handverlesene Stücke eines privaten Sammlers. Die haptische Qualität dieser alten Bände erinnert an eine Zeit, in der das Buch noch als physisches Gesamtkunstwerk begriffen wurde.

In den Schaufenstern begegnen uns jene literarischen Schwergewichte, die das intellektuelle Fundament der Moderne legten:

  • Sigmund Freud, der die Tiefen der menschlichen Seele neu vermaß.
  • Franz Kafka, dessen surreale Welten bis heute nachhallen.
  • Nobelpreisträger Thomas Mann, der wie kaum ein anderer den deutschen Geist repräsentierte.

4. Ein dunkles Kapitel: Arisierung und Exil

Die Ausstellung scheut sich nicht, die tiefen Zäsuren der Verlagsgeschichte zu beleuchten. Besonders eindringlich wird die Zeit des Nationalsozialismus thematisiert. Aufgrund der jüdischen Herkunft Samuel Fischers wurde das Haus Ziel systematischer Verfolgung, was schließlich zur Arisierung des Verlags und zur schmerzhaften Emigration der Verlegerfamilie führte.

Während Autoren wie Stefan Zweig, Franz Werfel und Carl Zuckmayer ins Exil getrieben wurden, verblieben andere, politisch weniger missliebige Schriftsteller im Programm. Diese historische Wunde ist der Ausgangspunkt für eine tiefgreifende wissenschaftliche Aufarbeitung: Professor Siegfried Lokatis (69) und der Kulturhistoriker Jan-Pieter Barbian (67) widmen sich derzeit in einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Verlagsgeschichte der Jahre 1930 bis 1952. Die Schaufensterschau ist somit die visuelle Entsprechung einer notwendigen wissenschaftlichen Antwort auf die Brüche der Vergangenheit.


5. Leidenschaft hinter den Kulissen: Professor Lokatis und sein „Bibliotop“

Der Spiritus Rector hinter dieser ambitionierten Inszenierung ist Professor Siegfried Lokatis. Mit seinen 69 Jahren beweist der renommierte Buchwissenschaftler, dass Leidenschaft keine Ruhestandsgrenzen kennt. Gemeinsam mit Bachelor-Studenten wurde die Schau im sogenannten „Bibliotop“ konzipiert. Diese einst als Herzstück der Leipziger Buchwissenschaft am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft etablierte Schatzkammer ist inzwischen Teil des Zentrums für immaterielles und materielles Kulturgut (ZimaK) – eine organisatorische Neuausrichtung, welche die Bedeutung buchhistorischer Forschung für das kulturelle Erbe der Stadt unterstreicht.

Lokatis selbst kommentiert den Entstehungsprozess mit seinem charakteristischen Enthusiasmus:

„Es hat wieder einen Heidenspaß gemacht. Es gab selten so viele Schwierigkeiten, aber ich liebe das. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich das mal nicht mehr mache.“


6. Dein Rundgang: Interaktive Karten und Insider-Tipps

Wer die Gelegenheit nutzen möchte, diese exklusiven Exponate zu sehen, sollte nicht zu lange zögern: Da es sich um Leihgaben handelt, müssen die Werke nach Ende der Ausstellung am 25. April an den Verlag zurückgegeben werden. Eine interaktive Karte dient als digitaler Mentor und erschließt die Hintergründe der einzelnen Stationen.

Für ein schlüssiges Erlebnis empfehle ich folgende Route:

  • Startpunkt: Eingang Kupfergasse. Hier beginnt die Reise in strikt chronologischer Reihenfolge, was das Verständnis für die editorische Evolution des Hauses Fischer maßgeblich erleichtert.
  • Weiterer Verlauf: Flanieren Sie durch die Passage bis zu den Ausgängen an der Universitätsstraße und dem Gewandgäßchen, wo die späteren Epochen und die Forschungsergebnisse präsentiert werden.
  • Eine interaktive Karte führt Euch durch die Verlagsgeschichte

7. Fazit: Ein bleibender Eindruck nach der Messe

Die S. Fischer-Ausstellung im Städtischen Kaufhaus ist ein Plädoyer für die Beständigkeit des gedruckten Wortes in einer flüchtigen Zeit. Sie macht deutlich, dass die Leipziger Buchkultur weit über die Messetage hinausstrahlt. Wenn die Lichter in den Schaufenstern am 25. April erlöschen, bleibt die Erkenntnis: Die wechselvolle Geschichte eines Verlages wie S. Fischer ist weit mehr als eine Chronik von Publikationen – sie ist ein Spiegelbild unserer eigenen kulturellen Identität. Wie viel von dem Mut und der Weitsicht eines Samuel Fischer brauchen wir wohl heute, um die literarische Zukunft zu gestalten?

Doppelte Biografieführung

Donnerstag, 11.05.2017, 19 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, Leipzig)

Doppelte Biografieführung.
Zum Autor Hasso Grabner.

Lesung und Gespräch
zur Hasso-Grabner-Biografie von Francis Nenik
Mit dem Verleger und den Herausgebern Jan Wenzel, Mathias Zeiske und Jörn Dege

Eingeladen sind die Herausgeber Jörn Dege und Mathias Zeiske und der Verleger Jan Wenzel, welche sich im Gespräch einem doppelten Schrifstellerphänomen widmen: dem schier unsichtbaren Leipziger Schrifsteller Francis Nenik und dem fast vergessenen Autor Hasso Grabner. Hierfür stellen sie an diesem Abend im Antiquariat das im Spector Book Verlag erschienene Buch „Doppelte Biografieführung“ vor und lesen zum ersten Mal in Leipzig Auszüge aus diesem Band. »Doppelte Biografieführung« enthält literarische Essays über die verrückten Lebensgeschichten von vier vergessenen Dichtern des zwanzigsten Jahrhunderts: Hasso Grabner aus Deutschland, Edward Vincent Swart aus Südafrika, Nicholas Moore aus England und Iwan Blatný aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Die anfangs vielversprechenden Karrieren der Autoren werden bald durch persönliches Unglück und historische Ereignisse zerstört. Francis Nenik stellt diese parallelen Existenzen buchstäblich nebeneinander, kontrastiert die Biografien und beschreibt die zufällige Gemeinsamkeiten und überraschenden Wendungen dieser Autorenschicksale in einer höchst innovativen und unterhaltsamen Weise. Das Leben des hoch gefeierten und fast vergessenen Leipzigers Hasso Grabners steht dabei im Mittelpunkt dieser spanndenden Autorenbeschreibungen. Warum Francis Nenik nun gerade ihn auswählte, wird der Abend zeigen.

Eintritt frei

Nirgendwo daheim

Mittwoch, 26.04.2017, 19 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, Leipzig)

Nirgendwo daheim.
Das bewegte Leben des Schriftstellers Bruno Vogel.

Lesung und Gespräch zur Bruno-Vogel-Biografie und einer Textauswahl seines Werks
Mit dem Biografen Raimund Wolfert
Moderation: Ingrid Sonntag

Am 26.04.2017 um 19 Uhr widmet das Antiquariat einem zu unrecht fast schon vergessenen Leipziger Autoren eine Lesung. Denn der Schriftsteller Bruno Vogel (1898-1987) hat vor allem mit den Büchern „Es lebe der Krieg!“ und „Alf“ einen prominenten Platz in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur erworben: als geachteter Antikriegsschriftsteller und Vertreter einer Literatur, in der wie selbstverständlich der positive Wert homosexueller Empfindungen ausgedrückt wird. Für seine Zeit progressiv und kontrovers, geliebt und gehasst, ist Bruno Vogel heute ein nahezu Unbekannter. In Lesung und Gespräch zeichnet der Biograf Raimund Wolfert gemeinsam mit der Buchwissenschaftlerin und Moderatorin Ingrid Sonntag Bruno Vogels Geschichte nach. Sie bieten dabei Einblicke in das Leben einer faszinierenden Schriftstellerpersönlichkeit und begleiten einen pazifistischen, emanzipatorischen und antirassistischen Schriftsteller aus Leipzig über das Berlin der „Goldenen Zwanziger“, weiter nach Wien, Tromsø, in das Südafrika der Apartheid-Zeit bis nach London.

Eintritt frei

Hans-Werner-Honert liest „Maria und der Patriot“

Freitag, 24.03.2017, 19:30 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, Leipzig)

Hans-Werner Honert
Maria und der Patriot

Polit-Thriller

Das Geheimnis um einen der bekanntesten Mordfälle der Bundesrepublik lüften? Als sie das Angebot bekommt einen Dokumentarfilm über den berüchtigten Rohweddder-Mord zu drehen, wittert die junge Filmemacherin Maria die Chance ihres Lebens. Schnell muss sie jedoch feststellen, dass sie sich bei ihren Recherchen zu weit vorwagt, schon bald selbst in Lebensgefahr ist. Präzise und packend verbindet Honert die kriminalistische Qualität von Marias Nachforschungen mit einer dramatischen Liebesgeschichte und dem nie aufgeklärten Mord an Rohwedder. Dabei positioniert er sich eindeutig: Nicht die RAF hat ihn auf dem Gewissen, sondern man findet die Auftraggeber in der Wirtschaft, die ihre Felle davonschwimmen sah …

Max Haberich liest „Arthur Schnitzler. Anatom des Fin de Siècle. Die Biografie“

Donnerstag, 23.03.2017, 19:30 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, Leipzig)

Max Haberich
Arthur Schnitzler. Anatom des Fin de Siècle. Die Biografie

Schnitzler wird bis heute als der Dichter literarischer Grazie und unverbindlicher Erotik betrachtet. In Wirklichkeit zeigt sich bereits in seinen frühen Dramen beißende Sozialkritik an der bürgerlichen Doppelmoral seiner Zeit und an der Ausbeutung junger Frauen.

Max Haberich hat die Quellen in Cambridge und im Literaturarchiv Marbach durchforstet, v.a. auch jene, die in den bisherigen Biografien noch nicht berücksichtigt werden konnten – etwa die ausführliche Korrespondenz mit seiner Frau Olga. Dadurch ist es Max Haberich möglich, Schnitzler in einem völlig neuen Licht zu zeigen: als sozialkritischen Autor, der sich stark mit seiner jüdischen Herkunft auseinandersetzte und mit messerscharfer Beobachtung den stetig zunehmenden Antisemitismus in den Blick nahm.

2. Georg-Schwarz-Straßen-Wintertreiben im Antiquariat

2. Georg-Schwarz-Straßen Wintertreiben
Im Antiquariat Central W33
Samstag, den 03.12.2016, 14-20 Uhr
Verkaufsoffener Samstag mit gemütlichem Programm

Unser Programm im Einzelnen:
14:00 Uhr Ladenöffnung
14:30 Uhr Kinderbuchlesung mit Katja und Katharina vom Verein LeseLust Leipzig e. V.
15:00 – 18:00 Uhr Offene Druckwerkstatt des Buchkinder e. V.
16:30 Uhr Kinderbuchlesung mit Katja und Katharina vom Verein LeseLust Leipzig e. V.
19:00 Uhr Ohrenerwärmender Abendgesang von Winter- und Adventsliedern mit dem Chor unter der Leitung von Franziska Gärtner

John Heartfield – Fotomonteur

Freitag, 28.10.2016, 19:30 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, Leipzig)

John Heartfield – Fotomonteur
Ausstellung, Film, Vortrag und Gespräch

Ausstellung von Heartfield-Originalen exklusiv für diesen Abend!
Filmvorführung des Dokumentarfilms „John Heartfield – Fotomonteur“ (R: Helmut Herbst, BRD 1976/77, 63 Min.)
Gespräch mit Julia Blume (Leiterin Institut für Buchkunst, Hochschule Grafik und Buchkunst Leipzig) und Claudia Cornelius (freie Redakteurin und Filmwissenschaftlerin)

Heartfield! Ein Weckruf. Ein Aufschrei. Eine Anklage.
Bis heute gilt dieser Name weltweit als Symbol des antifaschistischen Widerstands, für DADA, für politische Kunst. Ebenso gilt er als Markenzeichen virtuoser Bildmontagen und kraftvoller Parolen. Das Antiquariat Central W33 widmet sich mit einer Ausstellung und einer Filmvorführung jedoch nicht nur einem der prägendsten politischen Aktivisten und Künstler der Weimarer Republik sondern versucht auch die Schattenseiten der Karriere Heartfield in den Leipziger Nachkriegsjahren zu beleuchten. Hommage an eine höchst ambivalente Künstlerpersönlichkeit.

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Antiquariats Central W33 in Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie findet statt im Rahmen des 20. Leipziger literarischen Herbstes.

Zeit ist eine Kugel

Mittwoch, 26.10.2016, 19:30 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33 (Georg-Schwarz-Straße 12, Leipzig)

Zeit ist eine Kugel

Lesung mit Nele Heyse (Autorin, Schauspielerin) und Matthias Brenner (Schauspieler und Intendant, Neues Theater Halle)

Nach ihrem Roman „Haltewunschtaste“ veröffentlicht Cornelia Heyse nun ebenfalls im Mitteldeutschen Verlag ihren ersten Gedichtband mit dem Titel „Zeit ist eine Kugel“. Christoph Hein schreibt dazu in seinem Vorwort: „Mit dem Herzen in der Hand kommt die Autorin auf uns zu… ein kleines Lächeln hat sie für all ihre Träume und Mühen… all unsere Hoffnungen und Vergeblichkeiten.“ Aus diesem Band und ihren noch unveröffentlichten Erzählungen liest die Autorin gemeinsam mit ihrem Schauspielkollegen Matthias Brenner.

Cornelia Heyse, aufgewachsen in Weimar, lebt in Berlin. Sie studierte an der Berliner Schauspielschule »Ernst Busch«, arbeitete erfolgreich als Schauspielerin und schrieb nebenher an Erzählungen und Romanen. Seit dem Ende ihres letzten Engagements spielt sie u.a. eigene Programme und liest aus ihren Texten.

Eintritt frei
Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Leipziger Antiquaritats mit dem Mitteldeutschen Verlag. Eine Veranstaltung im Rahmen des 20. Leipziger literarischen Herbstes.

Premiere „Wolfgang Hilbig 75“

05.10.2016, 19:30 Uhr
Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, 04177 Leipzig)

Premiere des Poesiealbums „Wolfgang Hilbig 75“

Lesung und Gespräch

Lesung mit Clemens Meyer, Peter Gosse, Reinhard Bernhof, Sascha Kokot, Jan Kuhlbrodt, Tom Pohlmann, Ralph Grüneberger, Thomas Böhme, Dieter Kalka und Ilona Stumpe-Speer.
Moderation: Volker Hanisch.

In der traditionsreichen Lyrik-Reihe „Poesiealbum“ ist, zum 75. Geburtstag des Schriftstellers Wolfgang Hilbig, das Heft „Wolfgang Hilbig 75“ erschienen. Über 50 Autorinnen und Autoren erinnern darin mit ihren Gedichten an ihn. Die Gedichte schöpfen aus der Begegung mit Hilbig und seinem Werk. Zur Heftpremiere werden die beteiligten Leipziger Autorinnen und Autoren ihre Gedichte vorstellen. Angekündigt haben sich Clemens Meyer, Peter Gosse, Reinhard Bernhof, Sascha Kokot, Jan Kuhlbrodt, Tom Pohlmann, Ralph Grüneberger, Thomas Böhme, Dieter Kalka und Ilona Stumpe-Speer. Sie alle verbindet eine eigene Geschichte mit Wolfgang Hilbig und mit seinem Werk, die sie erzählen werden und die ihr Gedicht reflektiert. Der Herausgeber Volker Hanisch (Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft) führt durchs Programm.

Eintritt frei
Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Leipziger Antiquaritats mit der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft

Der Leipziger Westen auf alten Ansichtskarten

Mittwoch, 28.09.2016, 19:00 Uhr
Ort: Leipziger Antiquariat | Filiale Central W33  (Georg-Schwarz-Straße 12, 04177 Leipzig)

Der Leipziger Westen auf alten Ansichtskarten

Vortrag mit Heinz Peter Brogiato
Begleitende Ausstellung von Originalpostkarten

In den Jahren um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde die Leipziger Innenstadt gewissermaßen neu erbaut. In Leipzig entstanden ganz neue Häusertypen wie Messepaläste, Passagenbauten, Kaufhäuser, Pelzwarenkontore und als Krönung der Monumentalbau des Hauptbahnhofes. Darüber hinaus veränderten sich durch den immensen Bevölkerungszuwachs die dörflich strukturierten Anrainer wie Lindenau, Plagwitz, Leutzsch und Kleinzschocher. In höchster Geschwindigkeit wurden diese Stadtteile mit moderner städtischer Infrastruktur ausgestattet. Am Ende dieses Umbauprozesses war aus der kleinen, etwas verschlafenen Stadt eine pulsierende Metropole der Moderne geworden.
Heinz Peter Brogiato, Geograph und Leiter der Geographischen Zentralbibliothek und des Archivs für Geographie im Leibniz-Institut für Länderkunde e. V. in Leipzig, dokumentierte diesen urbanen Wandel mit einer Forschungsarbeit über zeitgenössische handkolorierte Ansichtskarten. Über die sehenswerten Postkarten und das daraus entstandene Buch spricht Brogiato am Mittwoch, den 28.09.2016 um 19 Uhr im Antiquariat Central W33. Die den Vortrag begleitende Ausstellung von Original-Postkarten richtet den Blick dabei insbesondere auf die Entwicklungen im Leipziger Westen.

Eintritt frei
Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Leipziger Antiquaritats mit dem Lehmstedt Verlag